Ein hohes Besucheraufkommen kann für eine Website zum Nachteil werden, wenn der Server mit dem Besucheransturm nicht mehr fertig wird.

Auf jede HTTP-Anfrage, wie z. B. die Eingabe einer Internet-Adresse im Browser, wird vom Server ein HTTP-Statuscode als Antwort geliefert, der Informationen über den Status der Anfrage enthält. Ein relativ häufig angezeigter Statuscode ist 503 („Service Unavailable“), der darauf hinweist, dass eine Seite beispielsweise aufgrund von Wartungsarbeiten, einem Relaunch oder einer Überlastung des Servers zeitweise nicht erreichbar ist. Die sogenannte Downtime stellt sowohl für Internet-Nutzer, die nicht auf die gewünschte Seite kommen, als auch für Website-Betreiber, denen vorübergehend die Besucher wegbrechen, ein Ärgernis dar.

Insbesondere für Betreiber von Online-Shops kann sich eine temporär nicht-erreichbare Seite negativ auswirken, da jeder Kunde weniger auch Einbußen beim Umsatz bedeutet. Während Ausfallzeiten aufgrund unvermeidbarer Wartungsarbeiten oder eines Website-Relaunch auf eine günstige Zeit (z. B. mitten in der Nacht) gelegt werden können, verhält es sich mit Downtimes, die durch eine Überlastung des Servers zustande kommen, anders. Diese kann man nicht planen und normalerweise ergibt sich eine Überlastung dann, wenn der Traffic auf der Seite am höchsten ist. Also genau in einem Zeitraum, in dem potenziell die meisten Conversions geschehen.

Server-Kapazität richtig einschätzen

In gewisser Weise ist es ein Kompliment für einen Online-Shop, wenn er über seine Kapazitätsgrenze hinaus belastet wird, denn das bedeutet, dass sich viele Menschen für das Angebot dort interessieren. Aus Marketing-Sicht hat man also alles richtig gemacht. Wenn die technischen Voraussetzungen jedoch nicht mit dem Besucheraufkommen Schritt halten können, hilft das beste Marketing nichts.

Um gar nicht erst in die Verlegenheit zu kommen, dass die eigene Seite aufgrund von Überlastung temporär nicht verfügbar ist, sollte man sich im Voraus im Klaren darüber sein, welche Kapazitäten man benötigt und wie viel Spielraum man z. B. für bestimmte Marketing-Aktivitäten, die zu einem kurzfristigen, starken Anstieg der Besucherzahlen führen könnten, in der Hinterhand haben sollte.

Einerseits soll sichergestellt werden, dass die Seite nicht zusammenbricht, wenn zu viele Besucher auf einmal kommen, andererseits sollte nicht zu viel Geld in Serverleistung investiert wird, die gar nicht benötigt wird. Hier gilt es für Website-Betreiber, den richtigen Mittelweg zu finden. Ausgangspunkt für eine möglichst treffende Einschätzung der benötigten Server-Kapazität kann beispielsweise die Planung des Besucherwachstums anhand zu erwartender Klickraten sein, die Anhaltspunkte über das voraussichtliche Besucheraufkommen liefert. Anhand der prognostizierten Anzahl der Seitenaufrufe lässt sich – unter Berücksichtigung der Größe der Seite – abschätzen, wie viel Kapazität der Webserver für einen störungsfreien Betrieb benötigt.

Statuscode 503 für Downtimes

Bei einer geplanten Downtime empfiehlt sich generell die Verwendung vom HTTP-Statuscode 503. Ausfallzeiten, die nicht als solche gekennzeichnet sind, können nicht nur dem Umsatz, sondern auch der Reputation einer Website schaden. Auch die Sichtbarkeit in Suchmaschinen kann durch nicht-gekennzeichnete Ausfallzeiten negativ beeinflusst werden. Über den Statuscode 503 teilt man den Suchmaschinen-Crawlern mit, dass es sich um einen temporären Ausfall handelt. Darüber hinaus besteht die Möglichkeit, mit einem optionalen Retry-After-Hinweis sowohl den Nutzern als auch den Crawlern mitzuteilen, wann die Seite voraussichtlich wieder zur Verfügung steht. Es ist empfehlenswert, dafür, ähnlich wie bei 404-Seiten, eine eigene Seite zu gestalten, die die Besucher auf die aktuelle Situation hinweist.

Auch für eine ungeplante Downtime kann man den 503-Statuscode zurückliefern, um Nutzern und Suchmaschinen zu signalisieren, dass es vorübergehende Probleme gibt, die jedoch bald behoben sein dürften. Voraussetzung dafür ist allerdings ein separater Ersatz-Server.

Eine Antwort zu “Umsatzeinbußen „dank“ gutem Marketing nach dem 503er-Prinzip”

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