Es ist möglich, das potenzielle Besucheraufkommen für ein spezifisches Keyword im Zusammenhang mit dem Zielranking zu berechnen.

Die erste Position auf der ersten Seite der organischen Google-Suchergebnisse ist die Position, nach der alle Webseiten-Betreiber streben. Doch warum ist das so? Erhält man auf Platz 1 zu einem bestimmte Keyword wirklich so viele Klicks mehr als auf Platz 2, 3, 4, …? Verschiedene Studien sagen eindeutig „Ja“! Je nach Studie erhält Platz 1 durchschnittlich zwischen 16,9 % und 42 % aller Klicks zu einem Keyword. Dabei muss allerdings berücksichtigt werden, wie die Ergebnisse zustande gekommen sind. Es handelt sich um generische Werte, die auf aggregierten Stichproben basieren und zu verschiedenen Zeiten sowie unter verschiedenen Voraussetzungen (exact match vs. broad match) erfasst wurden. Außerdem unterliegt die Google-Suche kontinuierlichen Veränderungen (Algorithmus-Updates, Universal Search, Adwords-Anzeigen, mobile Suche etc.), die das Suchverhalten und damit auch die Klickraten nachhaltig beeinflussen.

Mit Abstand höchste Klickrate auf Platz 1

Der Trend ist allerdings immer der gleiche: Platz 1 in den SERPs bedeutet einen deutlichen Schub für eine Seite, und damit gerade bei kommerziell ausgerichteten Seiten einen Wettbewerbsvorteil. Egal welche Studie man heranzieht, die Click-through-Rate (CTR) liegt auf der Top-Position deutlich über der von Platz zwei. Wie sich an den von Optify im Jahr 2010 ermittelten Werten gut ablesen lässt (s. Diagramm), nimmt die Klickrate anschließend sukzessive ab, wobei sich die Differenz zwischen den einzelnen Positionen immer weiter nivelliert.

Klickrate in Abhängigkeit zur Suchmaschinenposition
Abb.: CTR-Kurve zur Optify-Studie vom Dezember 2010

Während der Unterschied zwischen Platz eins und zwei mit fast 24 Prozent (36,4 % : 12,5 %) noch sehr deutlich ausfällt, flacht die Kurve anschließend stark ab. Die Differenz zwischen Platz 6 und 10 liegt jeweils noch nur bei wenigen Zehntelprozent (Platz 6 4,1 %, Platz 10 2,2 %). Interessanterweise ist festzustellen, dass Platz 1 auf der zweiten Seite (also Position 11 insgesamt) durchschnittlich eine höhere Click-through-Rate aufweist (2,6 %) als der letzte Platz auf der ersten Seite. Des Weiteren zeigen die Daten, dass sich das eindeutige Muster der ersten SERP nicht 1:1 auf die zweite Seite übertragen lässt: Die CTR-Kurve verläuft hier wesentlich gradliniger. Die Abweichung zwischen Platz 11 und 20 ist marginal, wobei der Tiefpunkt nicht etwa von Position 20 (1,4 %), sondern von Platz 14 mit 1,1 % markiert wird.

Klickraten erlauben Rückschlüsse aufs Besucheraufkommen

Alles in allem lässt sich festhalten: Je besser die Platzierung in den SERPs, desto mehr Klicks kann man erwarten. Die Ergebnisse bieten also wenig Überraschendes, liefern aber wichtige Anhaltspunkte bezüglich der zu erwartenden Klickrate auf den einzelnen Positionen. Basierend auf einem Querschnitt der vorhandenen Datensätze lässt sich unter Berücksichtigung verschiedener Parameter wie der momentanen Position und Klickrate sowie dem zu erwartenden Suchvolumen das Potenzial bestimmter organischer Keywords und das mit einer Rankingverbesserung verbundene Besucherwachstum abschätzen.

Sollte man sich ein bestimmtes Besucheraufkommen aus der organischen Suche zum Ziel gesetzt haben, kann man erkennen, auf welchem Platz in den Google-SERPs man dieses Ziel theoretisch erreicht. Die durchschnittlichen Klickraten ermöglichen eine Abschätzung, wie stark der Traffic wächst, wenn man beispielsweise anstelle von Position 27 Platz 5 belegt. Dann gilt es zu klären, inwiefern die eigene Seite noch Optimierungspotenzial besitzt. Schon kleine Änderungen wie optimierte Title-Tags, ein aufgeräumtes Linkprofil oder die regelmäßige Veröffentlichung neuer Inhalte können zu einer spürbaren Steigerung der Rankings beitragen.

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