Die Zufriedenheit der Nutzer mit einer Internetseite wird entscheidend vom Pagespeed beeinflusst, also der Zeit zwischen dem Aufruf und der kompletten Darstellung einer Seite im Browser. Den meisten kann es dabei gar nicht schnell genug gehen; häufig ist die Geduld der Internetnutzer schon nach wenigen Sekunden aufgebraucht. Ist eine Seite dann noch nicht vollständig geladen, wandern sie schnell zur Konkurrenz ab.

Wenn Besucher eine Seite aufgrund niedriger Ladegeschwindigkeiten verlassen, hat dies früher oder später negative Auswirkungen auf wichtige Erfolgskriterien wie die Anzahl der Seitenaufrufe und die Konversionsrate. Eine Verringerung der Ladezeit senkt die Absprungrate und sorgt dafür, dass Besucher länger auf einer Seite verharren. Dadurch steigt die Wahrscheinlichkeit, dass diese eine Konversion in Form eines Kaufes, des Ausfüllens einer Anfrage oder der Registrierung für einen Newsletter tätigen.

Pagespeed wichtiger Ranking-Faktor bei Google

Im Bestreben, den Nutzern nicht nur hochwertige Inhalte sondern auch die benutzerfreundlichsten Seiten anzubieten, nutzt Google den Pagespeed seit 2010 als Ranking-Faktor. Während langsame Seiten Gefahr laufen, Plätze zu verlieren, können schnellere Seiten mit einem besseren Ranking rechnen. Insbesondere bei mehreren Seiten mit vergleichbaren Inhalten werden die langsamsten mit Herabstufungen bestraft. Und Google legt die Latte hoch: Eine Seite gilt erst dann als schnell, wenn ihre Ladezeit unter 1,5 Sekunden beträgt.

Noch stärker als das organische Ranking werden die bezahlten Adwords-Anzeigen durch den Pagespeed beeinflusst. Neben Klickrate, Keyword-Relevanz und Landingpage-Qualität zählt die Ladegeschwindigkeit zu den entscheidenden Adwords-Qualitätsfaktoren. Langsame Landingpages beeinflussen den Qualitätsfaktor negativ, schnelle Seiten erhalten hingegen einen Bonus, der sich sowohl auf die Position als auch die Klickpreise positiv auswirkt.

Verbesserungspotenzial eruieren

Der Ladevorgang einer Internetseite wird grob in das Abrufen der zur Darstellung einer Seite erforderlichen Daten von einem oder mehreren Server(n) und die konkrete Darstellung im Webbrowser unterteilt. Insbesondere die Anzahl der http-Zugriffe, die in erster Linie von den Dateien (CSS, JavaScript, Grafiken usw.) abhängt, die vom Browser geladen werden müssen, beeinflusst die Ladezeit. Je weniger Zugriffe beim Laden einer Seite durchgeführt werden müssen, desto besser für die Ladezeit. Daher sollten die http-Requests durch Komprimierung bzw. Auslagerung von JavaScript- und CSS-Dateien, die Nutzung des Browser-Cachings und die Verwendung von CSS-Sprites soweit wie möglich reduziert werden. Zudem kommt der Serverkonfiguration und der Auswahl des Server-Hosts eine gewichtige Rolle zu.

Google Analytics liefert umfangreiche Daten zum Pagespeed

Bevor man an einer Verbesserung der Ladengeschwindigkeit arbeiten kann, benötigt man verlässliche Zahlen über die Performance einer Domain. Etwaige Pagespeed-Bremsen lassen sich mit Hilfe verschiedener Tools wie YSlow, Pingdom, und Load Impact ermitteln. Mit Pagespeed Insights bietet auch Google ein kostenloses Tool an, mit dem sich die Performance-Daten von Webseiten analysieren lassen.

Zudem hat man in Google Analytics die Möglichkeit, Pagespeed-Sünden auf den Grund zu gehen. Dort kann man unter „Verhalten“ den Punkt „Website-Geschwindigkeit“ abrufen, der zahlreiche Kennzahlen zur Geschwindigkeit einer Domain und ihrer Unterseiten liefert, und diese in anschaulichen Grafiken darstellt. In der „Übersicht“ erhält man unter anderem Daten zur durchschnittlichen Seitenladezeit und zur durchschnittlichen Serverantwortzeit. Die durchschnittliche Seitenladezeit lässt sich zusätzlich nach Browser, Land/Gebiet und Seite filtern. Auf diese Weise erkennt man,

  • wie schnell die Seiten auf den unterschiedlichen Browsern laden,
  • wie die Ladezeit zwischen geografischen Standorten variiert,
  • welche Seiten besonders schnell bzw. langsam sind.

Über die weiteren Unterpunkte „Seiten-Timings“ und „Nutzer-Timings“ bekommt man weitere detaillierte Informationen zur Leistung einzelner Seiten und zur „Website-Nutzung“, wie z. B. die Anzahl der Seitenaufrufe und die Absprungrate. „Nutzer-Timings“ liefert Angaben zu der Leistung einzelner Seitenelemente wie Bilder, Videos und Schaltflächen. Um diese Bericht nutzen zu können, muss dem Tracking-Code ein benutzerdefinierter Timing-Code hinzugefügt werden.

Außerdem lassen sich in Analytics „Empfehlungen zur schnellen Anzeige“ abrufen. Dafür greift Google auf Pagespeed Insights zurück, das einen Pagespeed-Score zwischen 1 und 100 errechnet. Zur Ermittlung des Wertes wird nicht die Geschwindigkeit gemessen, sondern der Umfang, in dem die Ladegeschwindigkeit einzelner Seiten verbessert werden kann. Unterteilt in „Mobil“ und „Desktop“ werden für jede Unterseite einer Domain Vorschläge angezeigt, wie sich die Ladegeschwindigkeit verbessern lässt. Ein Wert von 100 bedeutet, dass keine Verbesserungen nötig sind. Darunter gilt: Je kleiner der Pagespeed-Score, desto größer das Verbesserungspotenzial.

3 Antworten zu “Pagespeed-Sünden mit Google Analytics ausfindig machen”

  1. Hallo Sascha,

    vielen Dank für diesen sehr guten Beitrag.

    Mithilfe der vorgestellten Tools und Tests konnte ich meinen Pagespeed sehr gut überprüfen und habe auch einige Hinweise zur möglichen Optimierung erhalten.

    Die Umsetzung ist relativ einfach, da es gute Erklärungen und bereits optimierte Versionen der Javascript und CSS Dateien zum Download gibt.

    viele Grüße
    Stefan

  2. Hallo Sascha,
    vielen Dank für diesen hilfreichen Artikel. Mit den beschriebenen Möglichkeiten habe ich meine Webseite optimieren können. Ich bin gespannt, welche interessanten Themen hier noch folgen werden.
    Liebe Grüße
    Michael

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