Im Oktober 2011 begann Google damit, wichtige Referrer-Daten bei organischen Suchanfragen nicht mehr vollständig zu übermitteln und somit die Informationen zu Keywords stark einzuschränken. Seitdem erscheint bei der Auswertung von Keywords in Webanalyse-Tools wie Google Analytics anstelle der eigentlichen Suchbegriffe immer häufiger „(not provided)“. Mit den Referrern war es zuvor möglich, genau nachzuvollziehen, über welche Suchbegriffe Besucher auf eine Seite gelangten. Hieraus gewonnene Erkenntnisse tragen unmittelbar zu einem effektiven Marketing-Controlling und zum besseren Verständnis der Zielgruppe bei.

Google Analytics Auswertung "not provided"Wie in dem obigen Beispiel nehmen die nicht bereitgestellten Keywords bei den meisten Domains mit weitem Abstand die Top-Position ein. Es wird zwar weiterhin ersichtlich, ob ein Besucher von Google kam, dieser kann jedoch nicht mehr mit einem bestimmten Keyword in Verbindung gebracht werden. Der Anteil der Suchanfragen, die tatsächlich angegeben werden, ist dagegen verschwindend gering. Damit gehen wertvolle Daten verloren, anhand derer man direkte Rückschlüsse auf das Suchverhalten der Nutzer, die Intentionen von Kunden und den Erfolg der Optimierung für Suchmaschinen ziehen konnte.

„not provided“-Rate bald bei 100 %

Eine Suchanfrage wird in Google Analytics immer dann als „not provided“ angezeigt, wenn ein Google-Nutzer über eine verschlüsselte SSL-Verbindung auf eine Seite gelangt ist. Sichere Seiten erkennt man daran, dass ihre URLs mit https:// und nicht mit http:// beginnen. Am Anfang galt dies nur für Nutzer, die bei Google angemeldet waren. Seit September 2013 laufen – unabhängig davon, ob ein Nutzer einloggt ist oder nicht – sämtliche Suchanfragen an Google über eine gesicherte https-Verbindung.

Laut der kontinuierlich aktualisierten Auswertungen von notprovidedcount.com liegt der Anteil von „not provided“ inzwischen bei über 80 % aller Suchanfragen – Tendenz steigend! Wenn sich dieser Trend fortsetzt, wird die „not provided“-Rate am 3.6.2014 die Marke von 100 % erreichen. Ob es tatsächlich an diesem vorausberechneten Datum soweit ist oder nicht – früher oder später wird der Anteil von „not provided“-Keywords in Analytics bei 100 % liegen.

Google "Not Provided " Auswertung weltweit

Abb. 2: Daten von notprovided.com (Stand: 27.01.2014)

Alternativen zu Analytics

Als Grund für diese Vorgehensweise führt Google den Datenschutz und die Privatsphäre seiner Nutzer an. Für AdWords-Kunden gelten diese Einschränkungen allerdings nicht. Für bezahlte Keywords übermittelt Google weiterhin vollständige Refferer-Daten. Googles vermeintliches Interesse am Datenschutz beschränkt sich also nur auf die organische Suche. Wenn es um das lukrative Geschäft mit den AdWords-Anzeigen geht, hat Google offensichtlich kein Problem damit, seine Bedenken über Bord zu werfen.

Die Nutzung der über AdWords gewonnene Daten kann auch für SEO-Maßnahmen sinnvoll sein, denn Keywords, die zu guten Konversionen führen, bieten in der Regel auch gutes Potenzial für das organische Ranking. Zudem bietet Google AdWords einen Report an, der eine Trennung zwischen bezahlten und organischen Suchanfragen ermöglicht. Für diesen Report wird zwar ein Zugang zu AdWords benötigt, man muss dort allerdings kein Geld ausgeben. Um die verschiedenen Werte aus der organischen Suche (z. B. Klicks und Suchanfragen) abrufen zu können, muss das AdWords-Konto nur mit einem Konto in der Google Search Console verknüpft werden.

In den Webmaster-Tools, in denen sich die Keywords der eigenen Websites auswerten lassen, erhält man mittlerweile ebenfalls verlässliche Keyword-Daten. Wie Google kürzlich bekanntgab, wurde am 31.12.13 rückwirkend eine Optimierung der Daten zu den häufigsten Suchanfragen durchgeführt. Während zuvor nur gerundete Werte angezeigt wurden, erscheinen jetzt wesentlich exaktere Werte zu Impressionen und Klicks. Außerdem erhält man detailliertere Informationen über die Herkunft der Besucher einer Seite.

Eine Antwort zu “„not provided“? Google macht Ernst. Der Trend setzt sich fort!”

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