Die Nachricht war eine kleine Sensation. Google wird in Zukunft nur noch bezahlten Inhalten Zugang zu seiner Shopping-Suche gewähren. Die Umstellung ist als einer von weiteren Schritten in Richtung bezahlter Suchergebnisse zu sehen, die Ankündigung des weiteren Dienstes Google Trusted Stores bestätigt für mich diese Deutung.

Die bisherige Produktsuche

Auf den bisherigen Ergebnisseiten einer allgemeinen Suche befanden sich am oberen Ende und an der rechten Seite des Screens die bezahlten AdWords-Textanzeigen, darin mit einem Pluszeichen gekennzeichnet bezahlte Product Listing Ads mit Fotos und Preisen, sofern solche gebucht waren. Darunter waren kostenlose, top-gerankte Seiten zum Thema und ebenfalls für die Anbieter kostenlose Shopping Search Listings aus der Google Universal Search, auch sie mit Foto und Preisen. Diese kostenlosen Listings entstammen den Daten des bisher kostenlos nutzbaren Merchant Centers.

Die zukünftige Produktsuche

Im neuen Shopping-Modell wird es die kostenlosen Shopping Search Listings nicht mehr geben. Die Eingabe von Produktdaten in das Merchant Center wird kostenpflichtig, entsprechend nur die bezahlten Produktdaten auf der Shopping-Suchseite mit Fotos und Preisen angezeigt. Auf der allgemeinen Suchseite wird bei entsprechender Zusatzbuchung das Layout der Produktergebnisse unter bzw. neben den AdWords-Anzeigen mit Fotos angezeigt. Auch kurzfristige Angebote können hier laut Google integriert werden. Wieviele Produkte man jeweils konkret auf einem Bildschirm sehen wird, wird im Einzelfall davon abhängen, wieviele Händler zum selben Zeitpunkt für eine Produktkategorie werben.

Wann kommt das neue Verfahren?

Aus Googles Product Search wird Google Shopping. Eine Übergangszeit wird für diesen Sommer erwartet, im Herbst soll der Launch abgeschlossen sein. Für den außeramerikanischen Markt wird mit einem Umbau für Anfang nächsten Jahres gerechnet. In Deutschland heisst die Produktsuche bereits jetzt Google Shopping. Detaillierte Informationen zum neuen Google Shopping liefert das Unternehmen auf seiner Infoseite zum Thema.

Wie sollten Betreiber von Online-Shops reagieren?

Auch wenn der Dienst voraussichtlich erst nächstes Jahr für Deutschland kommen wird, sollten Unternehmen, die im Internet Produkte verkaufen, vorbereitet sein. Bereits jetzt sollten sie eine dedizierte Umsatzauswertung für Google Shopping einrichten lassen, um bei der Einführung der bezahlten Klicks leichter entscheiden zu können, ob sich die Kosten auch mit den Umsätzen aus Google Shopping rechnen. Hier sollte man auf keinen Fall irgendetwas dem Zufall überlassen.

Macht SEO beim neuen Google Shopping noch Sinn?

Die Antwort lautet eindeutig: ja! Was sich bei dem neuen Verfahren nicht ändern wird, ist der Anteil der kostenlosen Suchergebnisse ohne Produktfoto, und das wird weiterhin der überwiegende sein. Allerdings werden diese Suchergebnisse auf dem Bildschirm nach unten rutschen, was der Wahrnehmung natürlich abträglich ist. Umso verschärfter wird deshalb der Kampf um die besseren Plätze ausgetragen werden. Nur äusserst professionelles SEO wird solchen Anforderungen gerecht werden können.

Ist das B2B-Online-Marketing betroffen?

Da das B2B-Marketing sich vorwiegend an ein deutlicher umrissenes Zielpublikum wendet und auch seltener mit physischen Produkten handelt, ist es sicher weniger von der Änderung bei der Shopping-Suche betroffen. Produkte, die für andere Unternehmen interessant sind, müssen außerdem in der Regel eine Vielzahl bestimmter Eigenschaften erfüllen, die kaum durch ein Foto und eine Preisangabe hinreichend ausgedrückt werden können. Solche Aussagen sind allerdings nicht auf jedes Unternehmen übertragbar, immerhin können Unternehmen anderen Unternehmen durchaus Massenwaren wie z.B. Computer verkaufen. Deshalb rate ich auch B2B-Unternehmen, sich mit dem Thema auseinanderzusetzen.

2 Antworten zu “Google Produktsuche wird entgeltpflichtig”

  1. Michael

    Interessant wäre deine persönliche Erfahrung mit Google Shopping: wie oft verwendest du es für Kunden, wie sind deine Erfahrungen damit? vg

    • Hi Michael. Google Shopping gehört zu jedem erfolgreichen Shop dazu! Wir kümmern uns bei jedem E-Commerce Projekt bereits in den Startlöchern darum, dass die Schnittstelle zu Google Shopping funktioniert und sauber durchläuft. Die Wirkung ist allerdings, unabhängig von Rankings, ganz unterschiedlich. Es gibt E-Commerce Projekte in denen Google Shopping nur 1% an Umsatz ausmacht, andere wiederum machen ca. 40% Ihres Umsatzes mit Shopping. Es kommt hier ganz stark auf die Produkte und Hersteller des Shop-Inhabers an. Kleine Marken haben hier definitiv Vorteile. Wie sind deine Erfahrungen?

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