Nachdem gegen Ende März bereits Warnungen über unnatürliche Links von Google verschickt worden sind, schwappte in der letzten Woche erneut eine Welle blauer Briefe in die Posteingänge der  Webmaster unter dem Titel:

„Unnatural inbound Links“

Für große Verunsicherung sorgt nun eine weitere Runde von Google versandter Nachrichten, die viele Webmaster Anfang dieser Woche erhielten.

Was hat es mit dieser Email auf sich?

Schaut man sich in der Bloglandschaft zu diesem Thema um, so trifft man auf Meldungen Betroffener, die beteuern niemals unerlaubte Methoden angewandt zu haben. Da auch seriöse Webseiten diese Mail erhielten, ist zu vermuten, dass Google den Schärfegrad seines durch das Penguin-Update angewandten Filters erhöht hat. Rückschau: Am 24.04.2012 stellte Google das auch SEO-Filter verrufene Penguin-Update live. Das Update soll die SERPs von Überoptimierten und solchen Seiten, die Blackhattechniken wie Cloaking und Keywordspamming anwenden, sauber halten. Dies ist grundsätzlich auch sehr zu begrüßen.

Seit der Aktualisierung durch das Penguin-Update, scheinen besonders häufig auch Keyworddomains, welche natürlicherweise eine höhere Rate an Keywordlinks aufweisen, von den Maßnahmen betroffen zu sein. Daher ist anzunehmen, dass Google es vor allem auf Keywordlinks abgesehen hat und diese als –  zumindest potentiell – unnatürliche Maßnahme bewertet.

Nimmt Google damit aller unter Generalverdacht?

Auch Matt Cutts äußerte sich zu dem Vorfall relativierend und sorgt zumindest für teilweise Beruhigung. Demnach wurde die Warnung auch an unschuldige Webmaster verschickt, selbst wenn nur einige wenige Links, deren Herkunft Google misstraut, gefunden worden sind. Der Inhalt der Mail ist zumindest in der Form abgewandelt worden, dass nicht die Seite als solche von Google abgestraft würde, sondern gezielt nur die unnatürlichen Links angegangen würden. Weiter heißt es, dass diese Mail auch nicht mit einem gelben Warnhinweis versehen ist und somit keine Interaktion des Nutzers erfordere. Hier scheint sich der Verdacht zu erhärten, dass der von Google gezüchtete Pinguin seinem Erschaffer etwas zu wild geraten ist.

Eine entsprechend hohe Anzahl von „false positives“, also fälschlicher Weise als Spammer erkannte Seiten, wären dann auch nur die logische Konsequenz.

Welche Maßnahmen sind als Betroffener zu ergreifen?

Geht man tatsächlich von einem hohen Anteil an false positives aus, so würde das bedeuten, dass alle Links, die Google als unnatürlich erachtet daher auch entwertet werden. zumindest keinen positiven Effekt auf das Ranking haben werden. Vor allem Seiten mit vielen Keywordlinks könnten hier schmerzhaft Positionen verlieren.

Webseitenbetreiber, die sich keiner Schuld bewusst sind und keinen Linkaufbau betreiben oder betreiben lassen könnten die von Google als Warnung zum Hinweis herabgestufte Mail im Grunde ignorieren.

Grundsätzlich raten wir allerdings dazu Warnungen von Google ernst zu nehmen. Schließlich ist es auch möglich, dass jemand anders ungewollt Links aus nicht vertrauenswürdigen Quellen gesetzt hat. Einen Überblick darüber zu haben, von welchen Seiten die eigene angelinkt wird, kann niemals verkehrt sein. Fakt ist aber auch, dass eine manuelle Überprüfung von Links mit zeitlichem Aufwand verbunden ist. Falls Sie dabei Hilfe benötigen, wenden Sie sich gerne an uns. Erkennt man sich allerdings irgendwie ertappt oder kann nachts vor lauter Sorge nicht mehr ruhig schlafen, sollten folgende Maßnahmen ergriffen, lückenlos protokolliert und im Anschluss Google mitgeteilt werden:

  • Selbst gesetzte, kritische Links entfernen
  • Bei nicht selbst gesetzten Links auf die Entfernung dieser beim zuständigen Webmaster hinwirken

Wie man für die Zukunft gewappnet ist

Nach wie vor gilt die vom Panda Update übermittelte Doktrin, nämlich qualitativ hochwertige Inhalte auf seiner eigenen Internetseite anzubieten. Denn genau dies ist die grundlegende Voraussetzung, um natürliche Verlinkungen und damit auch eine natürliche Linkstruktur zu erhalten.

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