Usability Check Ihrer Karriereseite

Usability Check: Darauf achten Bewerber bei Karriere-Websites!

Prüfen Sie Ihre Website auf Herz und Nieren mit unserer Usability Checkliste. Bewerber haben eine gewisse Erwartungshaltung an Karrierewebsites, die Sie als Arbeitgeber erfüllen sollten.

Aus vielen Recruiting Projekten möchte ich heute meine ganz persönliche Checkliste zur Verbesserung der Usability (Nutzbarkeit) einer Karrierewebsite preisgeben. Ich nutze diese Checkliste bei allen Audits innerhalb unserer Discovery Workshops und sie ist ein zentraler Bestandteil unserer Leistungen im Personalmarketing.

Die Checkliste ist für all diejenigen, die sich dieselben Fragen wie unsere Kunden stellen:

  • Wie bekomme ich mehr Bewerber?
  • Wie kann ich als Arbeitgeber sichtbarer werden?
  • Wie kann ich mein Recruiting mit Hilfe meiner Website vereinfachen?
  • Wie überzeuge ich junge Bewerber im Internet?
  • Wie schaffe ich es, dass sich potenzielle Kandidaten für mich entscheiden?
  • Wie kann ich meinen Bewerbungsprozess vereinfachen?

Schritt 0: Wechseln Sie die Perspektive

Wenn Sie eine leicht zu bedienende und erfolgreiche Karriereseite für Ihre Arbeitgebermarke erstellen oder optimieren wollen, müssen Sie Ihre Perspektive auf das Recruiting um 180° drehen. Schauen Sie auf Ihr Unternehmen als jemand, der

  • Ihr Unternehmen nicht kennt
  • nicht weiß, was Ihr Unternehmen macht &
  • keine Lust darauf hat, sich durch einen Dschungel von Informationen zu quälen, um herauszufinden, was sich hinter den beiden vorherigen Spiegelstrichen verbirgt.

Wenn Sie dies verinnerlicht haben, ist die Grundlage für die kommenden Punkte der Checkliste gelegt und Sie können mit der Überprüfung und der ggfs. angeschlossenen Umsetzung beginnen.

Verbessern Sie die Usability [Checkliste]

Die folgenden Punkte sind bereits nach Priorität sortiert und können unabhängig voneinander in Fokusprojekten umgesetzt werden. Ich werde später im Artikel auf die einzelnen Punkte detaillierter eingehen.

  1. Machen Sie Ihren Karrierebereich auf der Website sichtbar
  2. Nutzen Sie ein mobiloptimiertes Layout
  3. Reduzieren Sie Ihre Bewerbungsformulare auf das Wesentliche
  4. Verbessern Sie die Ladezeit
  5. Schaffen Sie eine authentische Darstellung Ihres Unternehmens
  6. Bieten Sie Bewerbern Basisinformationen zur Arbeitgebermarke

Machen Sie Ihren Karrierebereich sichtbar

Viele Arbeitgeber haben es noch nicht verinnerlicht: jeder Besucher Ihrer Website ist ein potenzieller neuer Mitarbeiter Ihres Unternehmens. Umso wichtiger ist es, dass Sie Ihren Karrierebereich oder Ihre Karriereseite so auf der Website integrieren, dass jemand, der Ihr Unternehmen besucht, auch direkt den Weg dahin findet.

Vermeiden Sie, dass die Karrieseite irgendwo im Fuß der Website eingesetzt wird oder im schlimmsten Fall auf einer Subdomain wie karriere.meinunternehmen.de ausgelagert und gar nicht auf der Website verlinkt wird. Henner Knabenreich hat dafür in einem seiner Podcastfolgen ein perfektes Statement abgegeben: „Das ist eine Bewerbervermeidungsstrategie“.

Setzen Sie sich als Recruiter dafür ein, dass einer der wichtigsten Bereiche im Unternehmen in der Hauptnavigation Ihrer Unternehmenswebsite landet.

Es muss ja nicht direkt in der ersten Ebene der Navigation sein. Aber als Submenüpunkt im Bereich „Über Uns“ oder „Unser Unternehmen“ sollte es grundsätzlich machbar sein.

Nutzen Sie ein mobiloptimiertes Layout

Die Umsätze der Desktop Computer sinken von Jahr zu Jahr. Junge Menschen wachsen mit einem technologischen Verständnis auf, dass es ohne Smartphone wohl nicht mehr geht. 2015 verzeichnete Google das Erste Mal, dass mehr mobile Anfragen an Google gesendet werden als Anfragen von Tablet und Desktop Computern zusammen.

Die Zeit der nicht mobiloptimierten Website ist abgelaufen.

Gerade in Ausbildungs- und Berufseinstiegs-Kampagnen ist eine mobile Website Pflicht. Diese jungen Kandidaten besitzen in den wenigsten Fällen überhaupt noch einen Desktop PC und sind so selbstbestimmt, dass sie nicht immer den PC der Eltern, sofern vorhanden, nutzen wollen, um sich auf eine Stelle zu bewerben, die sie ja eh schon gerade auf dem Smartphone geöffnet haben.

Wie Sie gezielt Stellenangebote gestalten, habe ich bereits in einem anderen Blogpost erläutert.

Der Best Practice, um eine mobiloptimierte Website für Ihre Nutzer bereitzustellen, ist der Ansatz eines responsiven Webseitenlayouts.

Um zu testen, ob Ihre Seiten für Mobilgeräte optimiert sind, stellt Google ein kostenloses Tool zur Verfügung.

Reduzieren Sie Ihre Bewerbungsformulare

Dank der DSGVO sind Bewerbungsformulare nun gesetzlich vorgeschrieben. Nutzen Sie bitte nur die Pflichtfelder in den Bewerbungsformularen, die Sie auch tatsächlich zu einer Bewerbung benötigen. Es ist nicht erforderlich, dass ein Nutzer sich erst bei Ihrem Bewerbermanagementsystem, sofern vorhanden, registriert, um sich auf eine Stelle bewerben zu können, die eh schwierig bis sehr schwer zu besetzten ist.

Reduzieren Sie die Bewerbungsformulare auf die wichtigsten Informationen.

Wir haben sehr gute Erfahrungen in unseren Projekten mit Bewerbungsformularen gemacht, die folgende Felder abfragen:

  • Vorname
  • Nachname
  • E-Mail-Adresse*
  • Dateiupload*

Dabei sind lediglich die E-Mail-Adresse und der Dateiupload für die Bewerbungsdokumente Pflicht. Alle anderen Infos stehen ohnehin in der Bewerbung.

Und wenn man sich an die Grundsätze der DSGVO zur Datensparsamkeit hält, ist es auch nicht notwendig, noch mehr Felder als Pflichtfelder zu definieren. Das sollten Sie als Recruiter für sich nutzen.

Verbessern Sie die Ladezeit

Isa und Max sitzen zusammen im Bistro. Isa erzählt von ihrer neuen Arbeit und Max ist fasziniert von Isas neuem Ausbildungsberuf. Max möchte genau das machen, was Isa macht: Eine Ausbildung zum Industriekaufmann.

Max zückt sein Smartphone und tippt in den Suchschlitz „Ausbildung Industriekaufmann“. Das erste Ergebnis bei Google ist Ihr Unternehmen. Max klickt auf Ihr Ergebnis und landet auf Ihrer Karriereseite.

Nach 3 Sekunden ist Max (laut  Google) so ungeduldig, dass er wieder zurück zur Suche bei Google zurückkehrt und auf das nächste Ergebnis klickt: direkt zu Ihrem Wettbewerber. Dieser liefert seine Karrierseite in unter 3 Sekunden aus und konnte Max für sich gewinnen.

Nutzen Sie diese Insights als Anlass für die Optimierung des Pagespeeds.

Ein Tool zur Überprüfung der Ladezeit inkl. einer Aufgabenliste, was zu tun ist, um schneller zu werden, kommt praktischerweise als kostenloses Browser Plugin für Chrome. Die Lighthouse Erweiterung. Die Ergebnisse des Pagespeed Audits können Sie direkt an die entsprechenden Stellen in Ihrem Unternehmen weitergeben.

Wiederholungsschleifen sind erwünscht. Jobsuchende und Ausbildungsinteressierte werden sich dafür mit mehr Bewerbungen bei Ihnen bedanken.

Schaffen Sie eine authentische Darstellung

Oft hören wir von Bewerbern, dass sie beim Aufruf der Website vergeblich nach Inhalten suchen, die das Unternehmen authentisch darstellen. Es fehlen aktuelle Bilder vom Standort, Statements von zukünftigen Arbeitskollegen und klare Ansagen darüber, wie das Unternehmen „tickt“.

Viele Personaler lassen sich von klassischen Werbeagenturen ins Boxhorn jagen, indem sie für sich das Hochglanzdesign als Best Practice im Personalmarketing akzeptieren. Alles ist perfekt aufeinander abgestimmt. Bilder, die nicht vom Unternehmen kommen, werden durch Stockfotos ersetzt.

Mitarbeiter aus den verschiedenen Abteilungen werden in einem Standardfotoshooting alle aus derselben Richtung mit demselben Hintergrund fotografiert. Ist die Arbeitswelt auch in Ihrem Unternehmen so eintönig und perfekt? Keine Ecken? Keine Kanten?

Mitnichten!

Schaffen Sie eine Atmosphäre, die Ihrer Arbeitswelt entspricht. Bewerber können durch einen authentischen Einblick direkt für sich bewerten, ob sie in diesem Unternehmen arbeiten möchten.

Dies steigert automatisch die Bewerberqualität und Sie können von vornherein davon ausgehen, dass Ihr Unternehmen vom Bewerber so akzeptiert wird, wie es ist.

Bieten Sie Basisinformationen zur Arbeitgebermarke

Laut Google interagieren 42% der Internetnutzer nicht mit einem Unternehmen, weil Informationen zu den gewünschten Themen fehlen oder nicht vollständig vorhanden sind. Im Kontext Ihres Recruiting Prozesses sind es oft die einfachen Dinge, die Bewerber erwarten.

  • Eine aufgeräumte Navigation
  • Infos zum grundlegenden Bewerbungsprozess
  • Ansprechpartner für Rückfragen
  • Benefits innerhalb des Unternehmens
  • Werte des Unternehmens & grundlegende Unternehmenskultur
  • Aufbau der Organisation & Karrierewege

Fragen? Dann bitte her damit!

Wenn Sie Fragen oder Anregungen zum Thema haben, nutzen Sie bitte die Kommentarfunktion unter diesem Artikel oder senden Sie uns eine E-Mail.

Gehen Sie einige Schritte zurück und schauen Sie sich Ihr Unternehmen aus der Ferne an. Bewerten Sie für sich die einzelnen Punkte dieser Checkliste und beginnen Sie mit der Optimierung Ihres Bewerbungsprozesses.


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