Zu den Google Webmaster Richtlinien wurden drei neue Punkte hinzugefügt. Die Webmaster Richtlinien stellen einen groben Leitfaden zur Entwicklung und Umsetzung suchmaschinenkonformer Webseiten bei Google dar.

1. HTTPS

Falls möglich, sichern Sie die Verbindungen Ihrer Website mit HTTPS. Die Verschlüsselung von Interaktionen zwischen dem Nutzer und Ihrer Website ist bei der Kommunikation im Web empfehlenswert.

Diese Aktualisierung war zu erwarten. Hier wird das Thema Internetsecurity und HTTPS-Everywhere weiterhin konsequent und sinnvoll voran gebracht. Es ist bekannt, dass die Verschlüsselung mit HTTPS ein Rankingfaktor ist. Nun ist es ganz offiziell in den Richtlinien integriert. Danke Google für diesen Schritt!

2. Ansicht mit dem Screenreader

Stellen Sie sicher, dass Ihre Seiten von Lesern mit Sehbehinderungen genutzt werden können. Testen Sie dazu beispielsweise die Nutzererfahrung mit einem Screenreader.

Das ist neu. Für professionelles SEO ändert sich allerdings nichts. Code Strukturen und Konzepte suchmaschinenoptimierter Zielseiten sind häufig mit Screenreadern schon heute lesbar. Ich bin der Meinung, dass Google hier das Pferd von hinten aufzäumen will.

Screenreader sind Programme mit denen eine Seite so dargestellt werden kann, dass wirklich nur die Informationen der Seite in klaren Strukturen, ohne CSS und Javascript, ausgegeben wird. Somit nutzen viele Screanreader auch direkt diese Funktionen, um die Webseiten vorlesen zu können.

Google möchte die Webseiten nach Ihrem Inhalt bewerten und so wichtige Ressourcen beim Analysieren des Designs im Crawling einsparen. Die Essenz der technischen Screenreaderansicht nutzen RSS Feedreader wie feedly.com, um die Inhalte von Blogs optimiert innerhalb der APP darzustellen. Wenn man Design und Layout weglassen kann, spart dies enorm Ressourcen.

Firefox und Safari haben seit langem bereits den Lesemodus direkt in der Adressleiste des Browsers integriert. Dies ist eine Simulation, wie ein Screenreader die Webseite sieht. Auch Chrome hat dieses Feature, welches jedoch separat aktiviert werden muss. SEOs sollten also auch in Zukunft darauf achten, dass eine hervorragende Usability innerhalb des Lesemodus in den Browsern gewährleistet wird. Dies zeigt wiederum auch, dass für Google die Usability in Zukunft eine noch wichtigere Rolle spielen wird.

Ich bin mir nicht sicher, ob Google die Zielgruppe tatsächlich erreichen will oder die Webmaster Richtlinien als Mittel zum Zweck so ergänzt hat, dass Webseitenbetreiber Ihre Informationen in Zukunft so aufbereiten, um von Screenreadern und dem Googlebot leichter erfassbar zu werden. Damit schlagen Sie zwei Fliegen mit einer Klappe.

3. Direkt sichtbare Inhalte

Stellen Sie sicher, dass die wichtigsten Inhalte Ihrer Website standardmäßig sichtbar sind. Google ist in der Lage, HTML-Inhalte zu crawlen, die sich hinter Navigationselementen wie Tabs oder maximierbaren Bereichen verbergen. Wir stufen diese Inhalte jedoch als weniger zugänglich für Nutzer ein und sind der Ansicht, dass die wichtigsten Informationen in der Standard-Seitenansicht sichtbar sein sollten.

Nun ist es offiziell. Nur die Inhalte, die beim Laden der Seite zu sehen sind, können das volle SEO Potenzial ausschöpfen. Das macht Sinn. Allerdings ist es auch eine große Herausforderung, da Textlängen und Informationen je Webseite inflationär wachsen. Mit One-Pager Technologien Tabs und Expandables konnte diese Informationsflut bisher gut koordiniert werden. Nun muss noch stärker darauf geachtet werden, dass die Kernaussagen der Landinpages sich nicht hinter schönen und anklickbaren Elementen verstecken dürfen.

Innerhalb der Google Search Console kann mit der Funktion „Abruf wie durch Google“ geprüft werden, welche Inhalte Google als direkt sichtbare Inhalte bewertet. Ich interpretiere diese Neuerung in den Webmaster Richtlinien so, dass das Ergebnis dieser Ansicht für Google die direkt sichtbaren Elemente, die hier in dne Richtlinien benannt werden, darstellt.

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